Konfirmanden besuchten Friedhöfe

Institutsleiter Daniel Karoske erklärt in seinem Hause die verschiedenen Bestattungsarten. Institutsleiter Daniel Karoske erklärt in seinem Hause die verschiedenen Bestattungsarten.
Im Rahmen des Konfirmandenunterrichts besuchten ca. 20 Konfirmanden aus Dorstfeld an zwei Tagen im November zusammen mit Pfarrer Weckener, Pfarrer Bergmann und Daniel Karoske vom Bestattungshaus Müller in Dorstfeld den alten Dorstfelder Friedhof und den Bezirksfriedhof Marten. Auf dem Dorstfelder Friedhof begleitete der stellv. Vorsitzende des Allgemeinen Knappenvereins Dorstfeld, Herr Rafalczyk, die Jugendlichen, die bei dieser Gelegenheit Interessantes zu alten und besonderen Grabstätten wie dem Bergmannsdenkmal erfuhren. Anhand der Geschichte des Grubenunglücks und der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bergleute früher wurde ein Stück Dorstfelder Zeitgeschichte lebendig. Außerdem konnten die Jugendlichen den jüdischen Teil des Friedhofs besuchen und dessen Besonderheiten in Augenschein nehmen.

Zum Abschluss des ersten Tages lud Herr Karoske vom Bestattungshaus Müller zu einer kleinen Stärkung in seine Räume am Wilhelmplatz ein. Dort erklärte er seinen Gästen auch die verschiedenen Bestattungsarten von der Erd- und Feuerbestattung bis zur Weltraumbestattung. Auch „Probeliegen" in einem extra vorbereiteten Sarg wurde angeboten und auch ausprobiert. Die Konfirmanden wurden außerdem zur Gestaltung einer persönlichen, individuellen Bestattung ermuntert und erhielten abschließend das Angebot zu einem Tagespraktikum im Hause Müller.

Am zweiten Tag besuchten die Jugendlichen zusammen mit den Pfarrern und dem Bestatter den Martener Bezirksfriedhof, begleitet von der Friedhofsverwalterin Frau Beuchel. Hier ging es unter anderem um verschiedene Räumlichkeiten und Formen zur Abschiednahme von Verstorbenen. Außerdem wurde über Maßnahmen zur hygienischen Versorgung der Verstorbenen aufgeklärt sowie die technischen Geräte (z. B. Bagger) zur Vorbereitung einer Erdgrabstelle und die Friedhofs-Kühlräume vorgestellt. Auch die Martener Kriegsgräber und die Gedenkstelle für anonyme Beisetzungen wurden besucht. Zum Schluss führte der Rundgang noch zu den Urnenpflegegräbern, die im Volksmund auch „halbanonym" genannt werden.

Für die Konfirmanden waren es zwei aufschlussreiche und lehrreiche Nachmittage. Das Projekt „Friedhöfe" ist aber damit noch nicht abgeschlossen. Es ist geplant, die Steine an der Gedenkstätte für die Bergleute zu säubern. Dieser Teil des Projektes ist aber erst im Frühjahr möglich, wenn es weniger feucht ist.